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"Der zerbrochene Krug" lockt viele Schüler/innen in die Stadthalle

Kollage aus Aufnahmen von der Aufführung

Die Aufführung des Lustspiels "Der zebrochne Krug" des Landestheaters Tübingen in der Stadthalle Sigmaringen fand vor großem Publikum statt, darunter über 160 Schülerinnen und Schüler von verschiedenen Schulen. Auch eine beachtliche Gruppe des Hohenzollern-Gymnasiums, von Klasse 9 bis 12 betrachtete gespannt das Stück. Die Schülerinnen und Schüler der Kursstufe dürften am Interessiertesten gewesen, sein, steht bei ihnen ja bald das Kleist'sche Drama auf dem Programm für das schriftliche Abitur.

Alexander Marusch der Regisseur, verlegte die Handlung des Klassikers in ein modernes Vereinsheim. Etwas unaufgeräumte Zustände, wie sie vielen sicher bekannt vorkamen. In diesem Milieu wurde das eigentliche Geschehen, das bereits vor Einsetzen der Handlung stattgefunden hat, Schritt für Schritt ans Tageslicht befördert. Zu sehen war ein chaotisch-unordentlicher Dorfrichter Adam, bravourös gespielt von Martin Bringmann, eine egagiert-nervige Marthe Rull (Sabine Weithöhner) und ein gelangweilt, fast apathisch agierender Ruprecht (Leo Kramer), der mit prolligem "Mullet" die liebevolle Bühnenausstattung des Stücks auch rein äußerlich wunderbar ergänzte . Dessen verlobte Eve ist es, um die sich alles dreht.

Sarah Liebert zeichnete ihren Charakter sehr fein, von der zaghaft lispelnden "Unschuld auf dem Lande" bis zu einer deutlich empörten, Anklage gegen ihren Peiniger erhebenden gewchsenen Person. Am Ende war das Licht gedimmt, der Ernst der Situation wurde deutlich. Der "Zerbrochne Krug" kann in Zeiten von Me-Too-Debatte nicht mehr als bloßes Lachstück gespielt werden, sondern muss deutlich aufzeigen, was passiert ist. So wurde die Inszenierung am Ende zu einer engagierten zeitritischen Anklage. Gespannt betrachteten die Schülerinnen und Schüler das Stück, das in hohem Tempo voranging. Ein Theaterabend, der sehr zum Nachdenken anregte.

Langer Applaus belohnte die sechs Schauspieler/innen für ihre großartige und überzeugende Leistung. Die schließlich drängende Frage, warum der Übeltäter Adam am Ende ungeschoren davonkam, beschäftigte einige Schülerinnen und Schüler noch eine Weile.

Alle Schülerkarten waren dank des großzügigen Sponsorings der Ingenieure Kovacic gratis. Das HZG bedankt sich dafür! (B. Körkel, Fotos: Körkel)

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